Durch die Krise mit günstigen Maschinen? Beispiel einer CNC-Diamantdrahtsäge

26. Oktober 2020
Ageltech GmbH
Der Elektroerosionsmaschinen-Anbieter Ageltech GmbH führt mit Markteintritt in 2020 in seinem Sortiment auch eine Serie an CNC-Diamantdrahtsägen, die MK-Serie.

Was leistet so eine Säge lt. Angaben und was kann man in der Praxis erwarten? Generell gilt: „Diamantdraht sägt alles“. CNC ermöglicht zudem das Schaffen von Konturen und 2D-Freiformen, natürlich auch einfache gerade Schnitte wie für Proben oder Musterwafer bspw. für F&E oder Qualitäts-Nachweise. Draht ermöglicht generell einen minimalen Schnittspalt bspw. um 0,2mm und selbst bei großen Drahtstärken um 0,5mm relativ, wenn man Schnittlänge des Drahteingriffs und Materialeigenschaften betrachtet. Die Einsatzmöglichkeiten sind sehr umfangreich und umfassen materialseitig die meisten nicht-leitenden Materialen, v. a. Keramiken, Kristalle, CFK, Stein, Sandwich-Materialien, Komposite oder auch Honeycombs und formmäßig von einfachen Scheiben und Quadern oder Zylindern über anspruchsvollere Formen wie Spezialdichtungen oder ondulierte Konturen bis hin zu komplexen Strukturen wie Namenszüge oder Logos. Aufgrund des einfachen Mediums Diamantdraht, welcher mit Wasser und einem Zusatz betrieben wird, fallen auch nur geringe Betriebskosten an. Eine CE-Zertifizierung ist für den Verkauf in Europa Pflicht. Und für Unentschlossene ist selbst die Möglichkeit zur Überlassung einer Testmaschine gegeben. Das hört sich alles gut an. Wie sieht es für die Praxis aus?

Ageltech CNC-Diamond Wire Saw MK200

Praxistauglich

Die Einsatzmöglichkeiten sind sehr umfangreich, denn Diamant ist das härteste Element und schneidet somit prinzipiell alles. Aufgrund des Wettbewerbs mit Funkenerosionssägen empfiehlt sich Diamantdraht eher für nicht-leitende Materialien. Im Vergleich zum Band- und Scheibensägeblatt kann der Draht mit seiner geringeren Schnittstärke und gleichmäßiger Sägeleistung in alle Richtungen um 360° punkten, was allerdings auch mit einer geringeren Schnittleistung einhergeht. Ermöglicht wird das 360°-fähige Trennen durch eine CNC-Steuerung der X- und Y-Achsen, die den Werkzeugtisch in Schritten von 1µm bewegen. Eine präzisere Zustellung ist auch nicht sinnvoll, denn schon bei der minimalen Drahtschnitthöhe der kleinsten Säge MK200 von 200mm ergibt sich eine Drahtdurchbiegung im Bereich über 1 Mikrometer, speziell bei 2D-Bewegungen. Das Angebot der MK Serie reicht vom Modell MK200 mit Bearbeitungsmöglichkeiten für Werkstücke von 335 x 495 x 200(H)mm und Schnittlängen von 200mm x 250mm in einigen Abstufungen bis zum Modell MK500 für große Werkstücke von 650 x 1000 x 600(H)mm und Schnittlängen von 500mm x 630mm. Alle Maschinen sind für den industriellen Einsatz konzipiert und auch entsprechend dimensioniert.

Die Erstellung der Schnittlinie kann einfach mittels Übertragung einer DXF oder DWG Datei bspw. aus AutoCAD erfolgen und mittels Eingabe eines Offsets – sinnvollerweise um die halbe Drahtdicke - korrigiert werden. Damit fährt der Außenrand des Drahtes an der Außenkante des Werkstücks der Zeichnung entlang. Generell ist die Technologie erprobt und nutzt als Schneidmedium Diamantdraht, der nach Jahrzehnten der Entwicklung ausgereift und günstig ist, was geringe Betriebskosten zur Folge hat: Draht, Wasser und ein Zusatz zur Kühlung, Antioxidation, Schmierung und zum Partikelabtransport ergeben das günstige Verbrauchsmaterial und 4 Drahtführungsrollen und ein gelegentlicher Austausch von Kugellagern definieren die üblichen, ebenfalls günstigen Verschleißteile. Eine deutliche Reduktion der Stückkosten kann oft mittels Batch-Bearbeitung durch Zusammenfügen mehrerer Werkstücke (Stacking) erfolgen. Ein großes Angebot an Fixierungsmöglichkeiten und eine Rotationseinheit zum schnelleren Sägen von Scheiben oder zur Oberflächenverbesserung sowie ein passendes Angebot an Diamantdraht und Verbrauchsmaterialien und Ersatzteilen runden das Angebot ab. Schlussendlich bietet das innerhalb der Meatec-Gruppe, zu der Ageltech gehört, eigens entwickelte und patentierte CNC-System einige Vorteile: Zum einen ermöglicht es schnelle Reaktionen wie Updatemöglichkeiten für neue Anforderungen, zum anderen ist es Linux-basiert und reduziert so auch die Virengefahr. Am wichtigsten ist aber eventuell die Unabhängigkeit von äußeren Einflüssen. Ageltech bietet für Deutschland, Österreich und die Schweiz hauseigenen Service.

Ageltech Complex 2d contour cut with MK200

Bleibt die Frage nach dem Preis

Ageltech fokussiert sich bewusst auf ein herausragend attraktives Preis-Leistungsverhältnis. Preislich trägt ein internationales Sourcing zu niedrigsten Einkaufskosten bei. Dabei kommen preisintensive Teile ohne größeres Qualitätsrisiko wie Maschinenbett und -Gestell aus China von einem speziell ausgewählten, zertifizierten Hersteller. Ein Einkauf großer Mengen und ein Streamlining der Erwerbsprozesse inkl. eigener Logistikabteilung der Gruppe tragen zur weiteren Kostenreduktion bei. Der Einkauf sensibler Komponenten wie Software aus China ist für Ageltech ausgeschlossen, um eine größere Unabhängigkeit von äußeren Einflüssen zu gewährleisten bspw. auf oder aus China, um einen durchgängigen Service gewährleisten zu können – sei es wegen Lizenzierungsfragen, auslaufender Verträge,  politischen Änderungen oder eben wie aktuell pandemische Sondersituationen. Daher basiert das CNC-System auf einer eigens entwickelten Lösung.

Hier ist die Qualitätsseite erreicht, denn ein Preis-Leistungsverhältnis beinhaltet neben dem Preis auch die Leistung: Ageltech gehört zur russischen Meatec-Gruppe. Meatecs Erfolg resultiert auf Elektroerosionsmaschinen und Russland ist das Ursprungsland der Elektroerosion. Es wurden rund 2.500 Funkenerosionsmaschinen verkauft und seit August 2018 ist das Angebotssortiment um die hier beschriebene CNC-Diamantdrahtsägen-Serie erweitert, wovon rund 100 Sägen im Markt sind. Aufgrund des starken Mutterkonzerns profitiert Ageltech von herausragenden Einflussmöglichkeiten auf die Leistungsseite, nämlich Qualität und Service: Ein eigenes F&E Team ermöglicht schnelle Reaktionen auf Kundenwünsche und eine kontinuierliche Entwicklung der CNC-Diamantdrahtsägen. Zudem ist eine 100%ige Qualitätskontrolle gegeben – jede einzelne Maschine wird vor Versand umfassend getestet. Bekannte Schwachstellen der chinesischen Teile werden gebessert. Als letzter Punkt fungiert das kostenlose Best-Advice-Prinzip, das eine strikte Auswahl rein nach den Anforderungen des Kunden bedeutet und somit zur Vermeidung von unnötigen und überteuerten Maschinen und Optionen beiträgt. Der Kunde erhält auf Wunsch sogar einen ausgearbeiteten Fertigungsprozess zusammen mit seiner Säge inkl. Know-how-Übertrag. Dies wird besonders von branchenfremden Marktteilnehmern geschätzt, die in der Krise ein weiteres Standbein durch Erweiterung Ihres Angebotsportfolios aufbauen.

Wie kam es zur Entwicklung einer CNC-Diamantdrahtsäge?

Die Idee war eigentlich aus der Not geboren, denn beim Sägen von Magneten mittels Funkenerosion war der kontinuierliche Abtrag kaum möglich, weil über den Magnetismus die abgetrennten Partikel am Werkstück haften blieben. Es kam die Frage auf, wie man das lösen könnte und man kam auf Diamantdrahtsägen. Also wurde auf Basis der bewährten Erosionssäge eine Diamantdrahtsäge entwickelt. Heute gibt es schon eine ganze Serie davon.  

Fazit

Mit den CNC-Diamantdrahtsägen der MK-Serie können sowohl Labore und Institute ihre F&E Aufgaben wie Proben und Muster erledigen als auch Manufakturbetriebe ihre Prototypen und Kleinserien erzeugen und auch die Industrie ihre Großserien herstellen.

 

Sie finden den vollständigen Artikel in der nachfolgenden Pdf-Datei.