Schneidkantenpräparation durch Bürstpolieren mit Diamant-Tellerbürsten erhöht die Kantenstabilität

von Herman Voigt, 01. März 2021
Für die Anwendung von Hartmetall optimiertes Feinschneidwerkzeug
In Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Feinschneiden ist es am WZL der RWTH Aachen gelungen, die Leistungsfähigkeit des Feinschneidens von hochfestem Stahlblech zu verbessern.

Hartmetall bietet aufgrund seiner hohen Härte und Druckfestigkeit das Potenzial, hochfeste Blechwerkstoffe prozesssicher und mit hohen Standzeiten feinzuschneiden. Dadurch wird der Werkzeugverschleiß im Vergleich zu konventionellen Stempeln aus Schnellarbeitsstahl deutlich reduziert. Da es bei der Bearbeitung von Hartmetall, im Gegensatz zu konventionellen Schnellarbeitsstählen, besonders auf die Oberflächenintegrität ankommt, wurde der Fertigungsprozess zur Herstellung von Hartmetallstempeln an diese besonderen Einsatzbedingungen angepasst. Eine Kooperation des Lehrstuhls für Technologie der Fertigungsverfahren des WZL mit der Your-Tool GmbH (Spezialist für hochpräzise Werkzeugbauanwendungen) und der Platit AG (Hersteller von Be-schichtungsanlagen) führte jetzt zu einer vielversprechenden Fertigung von Schneidstempeln aus Hartmetall für den prozesssicheren Einsatz. Ein besonderes Merkmal der Schneidstempel ist die erhöhte Kantenstabilität durch eine definierte Kantenpräparation mittels Bürstpolieren.

Auf die Technologie kommt es an

Die Versuchsstempel wurden von der Firma Your-Tool durch Drahtfunkenerosion im Wasserbad aus einer korrosionsbeständigen Hartmetallsorte gefertigt. Für die Drahtfunkenerosion fand eine von Your-Tool eigens entwickelte, hochpräzise Schneidtechnologie für die Hartmetallbearbeitung Einsatz. Gegenüber bereits verfügbaren Standardtechnologien sind mit dieser weiterentwickelten Technologie nun Oberflächen mit einer Randzone mit einer Dicke, kleiner als ein Mikrometer möglich. Die hohe Oberflächenqualität ist eine Voraussetzung für die Anwendung von Hartmetallstempeln. Das Potenzial für die Bildung von Mikrorissen beim Einsatz im Feinschneidprozess konnte somit nachweislich minimiert werden.

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