T-Multi Profile, ein Schleifwerkzeug für Hundert und mehr unterschiedliche Profile

von Taghi Tawakoli, 01. März 2021
Beispielhaftes Segment mit dem Schlitz zum radialen Verschieben auf dem Schleifkörper
Bei den Beratungen in einem Betrieb hat Prof. Dr. Ing. Tawakoli den Einsatz von CBN- und Diamant-Schleifwerkzeugen an Stelle von konventionellen Schleifwerkzeugen empfohlen.

Die Geschäftsleitung des Unternehmens hatte ihn vorab auf mehr als hundert unterschiedlich notwendigen Profile aufmerksam gemacht. Die erheblichen Kosten und der Aufwand für die Beschaffung, Profilierung und Lagerung  dieser hohen Anzahl superabrasiver Schleifwerkzeuge hatte diesen Einsatz verhindert. Abgesehen von diesen Problemen wird meistens die lange Lieferzeit, von zwei bis drei Monaten, für die Lieferung von CBN- und Diamantwerkzeugen bemängelt. Für diese Probleme sollte eine Lösung gesucht werden. Die Idee war, die Zusammensetzung des Schleifwerkzeuges durch den Anwender aus einem Kit. Der Anwender sollte ein speziellen Schleifkörper und Segmente mit CBN- und Diamantbelag besitzen. Je nach Profil und Einsatzfall sollte ein neues Schleifwerkzeug innerhalb weniger Stunden zusammengebaut, feinprofiliert und in Betrieb genommen werden können. Dieses neue Werkzeugkonzept nennt sich „T-Multi Profile“, das als Patent gemeldet ist.

Diese neue Werkzeugidee basiert auf die älteren, patentierten Ideen von Prof. Dr. Ing. Tawakoli, namentlich auf „T-Tool“ und „T-Tool Profil“ [1,2]. Diese T-Werkzeuge basieren auf einem unterbrochenen Schnitt und werden weltweit kopiert, variiert und verwendet. Der unterbrochene Schnitt führt zu einem kühleren Schliff, zu niedrigeren Schleifkräften und geringeren Zugeigenspannungen. Diese Ideen wurden für das Trockenschleifen und Optimieren der Prozesse verwendet. Dabei entstanden zahlreiche Veröffentlichungen und Doktorarbeiten von Prof. Dr. Ing. Tawakoli und seines Assistenten [3-7].

Aufbau des Schleifwerkzeugs T-Multi Profile

Für T-Multi Profile wird ein spezieller Schleifkörper benötigt. In Abbildung 1 sind die grobe Form und die einzelnen Bauteile dargestellt. Der Hauptbauteil ist der Träger 1, mit der Schleifscheibenbohrung 2 nach DIN z. B. 127mm und mit Gewindebohrungen auf dem Umfang 3. Der Hauptträger des Körpers hat auf der Innenseite eine axiale Steigung, wie ein Gewinde Gang mit einer Steigung. Die Distanzringen 6 sind je nach Breite der Schleifscheibe erweiterbar. Zwischen Hauptträger 1 und Distanzringen 6 sowie letzte Ringen 5 kommen die Segmente (s. Abb. 2 und 3). Der letzte Ring 5 wird alle Distanzringe 6 und die Segmente mit den Schrauben 13 an dem Hauptträger 1 befestigen, um den vollständigen Schleifkörper nach Abbildung 3 zu generieren. Die Segmente (s. Abb. 2), haben einen Schlitz und lassen sich radial in der Schleifscheibe verschieben. Die Segmente bestehen in der Regel aus Stahl 8 und haben eine Breite von 1-4mm. Sie haben einen Belag 9 aus Diamant oder CBN und können eine unterschiedliche Bindung und Härte besitzen. In Abbildung 3 sind beispielhaft drei Segmente (Segmentkörper 8 und Belag 9), die zwischen dem Träger und Ringen angebracht sind, dargestellt. Die Segmente sind am Anfang ziemlich locker auf dem Körper angebracht und lassen sich für grobe Profile radial verschieben. Nachdem das grobe Profil auf dem Körper justiert ist, werden die Schrauben 13 fest angezogen. Diese Schleifscheibe kann jetzt auf die Maschine montiert und mit einer Formrolle in das endgültige Profil gebracht werden.

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