DIT: Mit Tradition und Innovation zum Erfolg

20. November 2017
mit tradition zum erfolg
Der 40jährige Ralf Niebuhr arbeitet nun schon fast seit zwei Jahrzehnten bei DIT Diamanttechnik in Oberlungwitz. Einst begann er dort berufsbegleitend sein duales Studium. Seit 2012 ist er Geschäftsführer des sächsischen Herstellers von Diamantabrichtwerkzeugen und Diamantschleifscheiben. Erfolgreich wie sich zeigt.
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Ralf Niebuhr, Geschäftsführer DIT

Produktionsunternehmen im ehemaligen Osten hatten es bestimmt nicht leicht. Der Bedarf an industriell hergestellten Gütern war hoch, doch der Mangel an Rohstoffen ebenso. Als 1972 alle halbstaatlichen Betriebe zusätzlich enteignet wurden, hat dies die Wirtschaft obendrein geschwächt. Obwohl sich gerade die kleinen Privatbetriebe auf Nischen spezialisiert hatten und meist rentabel wirtschafteten, gingen sie von heute auf morgen in Volkseigentum über. Der Großvater von Gert Dittmar war einer dieser Kleinunternehmer. Bis Mitte der Siebziger fertigte er Abricht- und Ritzdiamanten an und bediente die werkzeugherstellende Industrie. Nach der Enteignung 1972 ging die Werkstatt von Herrn Dittmar in einen volkseigenen Betrieb über und nur wenige Jahre später wurde die Fertigung eingestellt.

Doch der Bedarf an Abrichtwerkzeugen und deren Reparatur war zu DDR-Zeiten sehr hoch und die Wartezeit zog sich oft über mehrere Monate hin. Händeringend wurde nach Firmen gesucht, die mit der Materie vertraut waren. Deshalb entschlossen sich Gabriele und Gert Dittmar 1982 die Firmenidee des Großvaters wieder aufzunehmen und bekamen kurzerhand eine Gewerbeerlaubnis. Beide waren Diplom-Ingenieure und hatten die Technologie vom Großvater übernommen. „Sehr kreativ musste man damals sein, um den Mangel an Rohstoffen zu kompensieren“, gibt Gert Dittmar augenzwinkernd zu verstehen. Die Materialknappheit war wohl die größte Herausforderung, die das Paar tagtäglich auf´s Neue bewältigen musste.

 

 

Mittlerweile sind seit der Firmengründung 35 Jahre vergangen, die Wende haben die beiden mit Bravour gemeistert und das 2-Mann-Unternehmen ist nun auf 10 Mitarbeiter angewachsen. Gert Dittmar ist heute nur noch sporadisch im Unternehmen, er hat sich seit 2012 Stück für Stück aus der operativen Geschäftsführung herausgezogen und Ralf Niebuhr als Geschäftsführer eingesetzt.

DIAMOND BUSINESS: Seit 5 Jahren sind Sie nun Geschäftsführer bei DIT Diamanttechnik. Sie sind damit nach 15 Jahren vom Angestellten zum Chef avanciert. Hat sich damit das Verhältnis zu den ehemaligenKollegen geändert?

Ralf Niebuhr: Natürlich ist das ein gewisser Entwicklungsprozess, wenn man plötzlich vom Weisungsempfänger zum Weisungsgeber wird. Hier ist auf jeden Fall etwas Sensibilität erforderlich. Auf der anderen Seite musste ich mich nicht erst beweisen, ich kannte das Unternehmen schon inund auswendig und hatte die nötige Fachkompetenz.

Worin liegt das Kerngeschäft von DIT-Diamanttechnik?

Langjährige Erfahrungen haben wir in der Herstellung von Abrichtwerkzeugen und galvanisch gebundenen Diamant- und CBN-Schleifscheiben gesammelt. Wir produzieren stehende Abrichtwerkzeuge, wie Einkornabrichter, Abrichtplatten, Profi labrichter
und galvanisch gebundene Schleifwerkzeuge, wie Schleifstifte, Schleifrollen, Schleifscheiben und Schleifwerkzeuge zur CFK- und GFKBearbeitung.

Gerade im Bereich der Abrichtwerkzeuge und den Diamant- und CBNSchleifscheiben ist die Konkurrenz doch sehr groß. Wie behaupten Sie sich als Hersteller, welche Strategien verfolgen Sie gegenüber Ihren Mitbewerbern?

Uns ist es sehr wichtig, den Kunden umfassend zu beraten und die Schleifund Abrichtwerkzeuge den Prozessen beim Kunden anzupassen. Wir sind kompetent, wenn es um die Korn- und Bindungsauswahl geht und besprechen die Prozesse auch mit den Kunden vor Ort. Durch die eigene Produktion und durch die übersichtliche Firmengröße können wir sehr schnell agieren und uns zu 100 Prozent auf den Kunden einstellen.

Woran arbeiten Sie gerade?

Vor 3 Jahren entstand zusammen mit der Uni Chemnitz eine innovative Idee für eine neue Bindung, die wir nun in Kürze auf den Markt bringen werden. Diese Bindung bringt die Vorteile einer Sinterbindung und einer galvanisch durchsetzten Bindung auf einen Nenner. Damit ist eine hohe Kantenstabilität gegeben bei moderatem Verschleiß. Zusammen mit unserem Team arbeiten wir an der Optimierung, bei einem Kunden läuft sie derzeit schon in der Anwendung.

Stellen Sie die neue Bindung zur GrindTec schon vor?

Ein kleines Fragezeichen steht noch dahinter. Wir hoffen aber, dass wir sie zur GrindTec präsentieren können.

Ist die GrindTec Ihre wichtigste Messe?

Durchaus. Wir waren von Anfang an dabei, hatten dann aber eine zeitlang pausiert und sind nun seit 2016 wieder mit einem Messestand vertreten. Im Frühjahr 2018 werden wir erneut Präsenz in Augsburg zeigen. Die GrindTec ist und bleibt für uns eine entscheidende Messe.

In welchen Ländern sehen Sie Ihre größten Märkte?

Zweifelslos ist unser wichtigster Markt Deutschland, gefolgt von Österreich, Tschechien und Polen.

Was motiviert Sie, Herr Niebuhr?

Spannend ist für mich, dass sich jeder Tag anders gestaltet, ich aktiv die Firma DIT Diamanttechnik mitgestalten darf und ich von einem motivierten
Team umgeben bin.

Es hätte nicht viel gefehlt und Sie hätten eine Ausbildung in der Pflege begonnen. Wie kamen Sie dazu?

Nach meinem Abitur leistete ich 13 Monate Zivildienst im Krankenhaus ab. In der Tat war das eine sehr lehrreiche Zeit für mich und ich habe viel über den Umgang mit Menschen gelernt. Um ein Haar hätte man mich dazu überredet, eine Ausbildung im dortigen Krankenhaus zu beginnen. Final habe ich mich aber dann doch entschieden, ein duales Studium an der Berufsakademie Glauchau zum Diplomingenieur für Produktionstechnik zu beginnen und als Praxispartner stand mir damals die Firma DIT Diamanttechnik zur Verfügung.

Vor welchen Herausforderungen werden Sie täglich gestellt?

Unsere Kunden verlangen immer kürzere Lieferzeiten und da über 80 Prozent unserer Werkzeuge individuell auf den Fertigungsprozess abgestimmt sind, geraten wir als Hersteller ziemlich unter Druck. Das macht es mitunter schwierig und stellt uns immer wieder vor neuen Aufgaben. Auf lange Sicht wird aber die größte Herausforderung sein, passende Auszubildende zu finden. Wir bilden Industriemechaniker und Oberflächenbeschichter aus. Seit einigen Jahren stellen wir fest, dass die Leistungen der Schulabgänger eher im Mittelfeld liegen und die Schulleistungen vor allem in den technischen Fächern eher befriedigend sind als gut. Diese Grundlagen wären aber wichtig, um die Prozesse besser zu verstehen.

Was ärgert Sie?

…wenn zu wenig geredet wird und dadurch Missverständnisse entstehen.

Was machen Sie in Ihrer Freizeit?

Ich genieße die Zeit zu Hause bei meiner Familie und liebe es mit meinem 6-jährigen Sohn und meiner einjährigen Tochter unterwegs zu sein – und sei es nur auf dem Spielplatz. Und - bis die Kinder abends im Bett sind, bleibt kein Gedanke an die Firma.

Wofür sind Sie dankbar?

Für jeden Fortschritt meiner Kinder und für meine Frau, die mir stets den Rücken frei hält.

 

 

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Firma: DIT Diamanttechnik GmbH & Co. KG
Website: https://www.dit-diamant.de