Kromi: Der Toolmanager - Mit Tool Management 360°, 30% Kosten sparen

10. November 2021
Bernd Paulini, CEO der Kromi Logistik AG
„Wir bringen Ordnung in die Werkzeugwelt und gehen individuell auf die speziellen Unternehmensstrukturen ein. So gelingt es uns, die beste Lösung für unsere Kunden anzubieten!“
Teile diesen Inhalt

Die Kromi Logistik AG in Hamburg ist ein Pionier im Bereich Tool Management. Sie verbindet den klassischen „Werkzeugschrank“ mit den Herausforderungen der Industrie 4.0 und sieht enorme Zukunftspotenziale im Bereich der Werkzeugversorgung, Werkzeugverwaltung und in der „Arbeitsvorbereitung“, wie dies früher klassisch hieß. Ein Gespräch mit dem Vorstandsvorsitzenden Bernd Paulini.

DIAMOND BUSINESS: Sie sind kein Werkzeughersteller aber auch kein klassischer Händler, wie beschreiben Sie Ihre Funktion am besten?

Bernd Paulini: Wir bieten unseren Kunden ein umfassendes Leistungsspektrum und sehen uns als Bindeglied zwischen den Werkzeugherstellern und Kunden: Tool Management 360° umfasst die vier Kompetenzfelder Werkzeuge, Logistik, Technologie und den dazugehörigen entsprechenden Datenfluss. Unsere Kunden haben dadurch die exzellente Möglichkeit, Kosten zu sparen und Potenziale zu heben. Wir bieten zudem den Blick von außen auf diverse Fertigungsprozesse und sind damit auch ein entsprechender Outsourcing-Partner für große zerspanende Unternehmen.

Inwieweit hat Ihr Kunde einen Mehrwert?

Ich bin der Auffassung, dass wir die Unternehmen in Richtung Einsparung von administrativen Kosten, Planung und Ausführung von Prozessen usw. deutlich unterstützen können und sie damit für die Zukunft profitabler machen. Im Wesentlichen geht es darum, dass wir dem Kunden alle Werkzeuge Just in time und mit 100% Verfügbarkeitsgarantie bereitstellen. Es muss sich also niemand mehr exklusiv im Unternehmen mit der Werkzeugbeschaffung und -verwaltung beschäftigen. Gemeinsam mit unseren Kunden stellen wir bedarfsgerecht ein individuelles Servicepaket zusammen, mit dem sich alle Aspekte eines modernen Tool Managements abdecken lassen.  Als Experten der Zerspanungstechnik wissen wir, dass sich die Werkzeugversorgung besonders in der metallverarbeitenden Industrie entscheidend auf die Produktionskosten auswirkt. Deshalb setzen wir mit Tool Management 360° genau hier an und bieten ein breites Leistungsspektrum, das alle Aspekte umfasst und sich individuell anpassen lässt.

Wie kann man sich das konkret vorstellen?

Um es auf das Wesentliche herunterzubrechen: Im Mittelpunkt steht der elektronischer Werkzeugautomat mit den Komponenten Spiralautomat und Karussell. Das Entscheidende ist das Know-how, das dahintersteht. Wir versichern dem Kunden eine 100%ige Verfügbarkeit seiner benötigten Werkzeuge. Das können wir aber nur, wenn wir seinen Bedarf und seine Produktionsprozesse kennen. Das heißt, dass zu Beginn unserer Geschäftsbeziehung die Evaluation steht. Wir nehmen Einblick auf seine Prozesse, seine Organisation und ermitteln den Bedarf. Für den Kunden erübrigt sich dann sein Werkzeuglager im klassischen Sinn. Das ist im Übrigen auch ein nicht zu unterschätzender erster bilanzieller Effekt unserer Dienstleistung – das gebundene Kapital „Werkzeuglager“ mit allem „Drum und Dran“ entfällt.

Liefern Sie die Werkzeuge gleich mit?

Wir finanzieren unser Geschäft durch Serviceleistungen, die wir unseren Kunden anbieten, und durch die Zerspanungswerkzeuge selbst, die dem “Werkzeug-Automaten” entnommen werden, wenn man so will. Ganz entscheidend ist es, dass wir im Unterschied zu anderen Anbietern herstellerneutral arbeiten und in der Lage sind, die komplette Beschaffungslogistik bis hin zur Maschine zu übernehmen. Wir liefern nicht nur die marktgängigen Werkzeuge, sondern alle notwendigen Produkte und Prozesse für eine reibungslose Fertigung. Wir entwickeln in unserer Technologieabteilung, teilweise auch gemeinsam mit unseren Werkzeuglieferanten Sonderwerkzeuge für spezielle Anforderungen unserer Kunden.

Wie sind Sie aufgestellt?

Der Hauptsitz unseres Unternehmens befindet sich in Hamburg und darüber hinaus gibt es drei zusätzliche Niederlassungen in Deutschland. Eine weitere in Spanien, die auch den portugiesischen Markt bedient und Kromi-Standorte gibt es auch in der Slowakei, in Polen, Tschechien und in Frankreich. International gewinnt Brasilien immer mehr an Bedeutung, deshalb sind wir mittlerweile mit drei Vertretungen dort vor Ort.

Aus welcher Idee heraus entstand Kromi?

Namensgeber war Krollmann und Mittelstädt. Kromi wurde als Vertretung einzelner Werkzeughersteller in Norddeutschland gegründet und übernahm in den siebziger Jahren den Vertrieb von Vollhartmetallbohrern und Fräswerkzeugen. In den 90igern konnte durch die Übernahme der Handelsvertretungen Krupp Widia (Wendeschneidplatten) das Angebotsspektrum weiter ausgebaut werden. Anschließend hat man sich dann damit befasst, dieses konventionelle Handelsgeschäft auf andere Füße zu stellen und die Idee entwickelt, ein Logistik Konzept basierend auf der Versorgung von Werkzeugausgabeautomaten zu kreieren. Und das schon zu einer Zeit als das Wort „Tool Management“ hierzulande eigentlich noch gar nicht existierte.

Wie kamen Sie zum Unternehmen?

Ich hatte bei Krupp Widia gearbeitet und die Firma Krollmann und Mittelstädt jahrelang technisch beraten. Irgendwann entstand der Gedanke bei Kromi einzusteigen, da ein Teilgeschäftsbetrieb aus der Krollmann und Mittelstädt GmbH ausgegliedert wurde, mit dem Ziel innovative Tool-Management-Lösungen zu entwickeln basierende auf einem flächendeckenden Logistiknetzwerk. 2001 bin ich dann in die neu gegründete Kromi Logistik GmbH als Leiter Technik eingetreten.

Wie bahnt, beziehungsweise gestaltet sich die Zusammenarbeit mit Ihren Kunden?

Der Kunde gibt uns zunächst einen Einblick in seine derzeitige Werkzeug- und Prozesskette. Viele von ihnen konnten, als wir die Werkzeug-Versorgung übernommen haben, nicht einmal den aktuellen Bedarf benennen. Werkzeuglager waren teilweise aufgebläht, Werkzeuge wurden angeschafft, kamen aber nie zum Einsatz, und dadurch hat das natürlich auch Dimensionen angenommen, die letztendlich finanziert werden mussten. Unser elementarer Ansatzpunkt ist: Wir bringen Ordnung in die Werkzeugwelt und gehen individuell auf die speziellen Unternehmensstrukturen und Produktionsbedingungen ein. Dazu gehört natürlich auch, dass wir zu den Herstellern die entsprechenden Kontakte pflegen und dort die jeweiligen Werkzeuge jederzeit termingerecht beschaffen können.

Was hat sich im Laufe der Jahre geändert?

Der Kundenwunsch ging hin zu mehr Transparenz. Er fordert marktgerechte Werkzeugpreise und möchte den genauen Kostenfaktor der Dienstleistung kennen. Und darin bestand die Aufgabe in den letzten Jahren, indem wir hier unser Business-Modell punktgenau herausgearbeitet und unser Service-Profil geschärft haben. Ich nenne es Tool-Management-360 Grad mit den Modulen Tools, Logistic, Technology und Data.

Final geht es ja auch darum, Know-how im Bereich der Werkzeuge und Produktionsprozesse an Ihre Kunden weiterzugeben, oder?

In der Tat haben wir eine Art Integratoren-Funktion. Wir sind das Bindeglied zum Lieferanten und haben allein über 70 Technologen in unseren Reihen, die regelmäßig bei unseren Kunden in der Fertigung vor Ort sind, das ist etwa ein Drittel unserer gesamten Belegschaft. Diese Mitarbeiter optimieren durch gezielte technologische Maßnahmen, basierend auf einer herstellerneutralen Auswahl von Zerspanungswerkzeugen,  kontinuierlich die Werkzeugkosten pro Bauteil unserer Kunden. So lassen sich versteckte Rationalisierungspotenziale in bare Münze verwandeln.

Gute, innovative Produkte haben oft kein Alleinstellungsmerkmal. Gibt es viele Mitbewerber am Markt?

Wir hatten eine gewisse Pionierfunktion als wir 2001 dieses Unternehmen gegründet haben und damals war das Tool Management auch eng mit dem Namen Kromi verbunden. Es gibt einen Trend, dass sich die Werkzeughersteller mehr und mehr mit diesem Thema befassen. Aber dadurch, dass wir herstellerunabhängig arbeiten können, gelingt es uns, immer die beste Lösung für unseren Kunden anzubieten.

 

Inwieweit ist das Tool Management schon digitalisiert?

Mit unserem leistungsfähigen Softwarelösungen setzen wir heute schon vollständig auf digitale Daten. Unser Ziel wird es in naher Zukunft sein, dass wir eine datentechnische Anbindung der Kromi-Versorgungssysteme ermöglichen können. So dass Kunden, über die Werkzeugbestände und -entnahmen lückenlos und in Echtzeit informiert werden, im Sinne einer transparenten Verbrauchsanalyse. Unterschreitet das jeweilige Werkzeug den definierten Sicherheitsbestand, dann würde im System automatisch ein Algorithmus gestartet, welcher dieses Werkzeug dann bei dem entsprechenden Lieferanten wieder bestellt.

Wir haben Zwischenlager in unseren Niederlassungen, dort garantieren wir auch einen Sicherheitsbestand für unsere Kunden. Die Disponenten fahren dann über eine Bestell-Vorschlagsliste aus dem System die Kunden an und befüllen dort die Automaten, welche auch unser Eigentum sind und für den Kunden keine Investition darstellen. Der Werkzeugautomat ist und bleibt für uns Mittel zum Zweck.

Welchen Nutzen gibt der Kunde regelmäßig an, wenn er sich für das Tool-Management entschieden hat?

Erstmal freut er sich über den Mehrwert an Informationen, die wir ihm über sein Werkzeug-Spektrum bieten können und er bekommt über unser Datenmanagement eine Zuordnung seiner Kosten. Der Kunde hat nur noch eine Rechnung für alle Werkzeuge im Monat. Vorher sind es vielleicht um die 300 Rechnungen von diversen Lieferanten gewesen. Er sieht dort sofort eine deutliche Einsparung bei seinen administrativen Kosten. Werkzeugkosten können viel besser zugeordnet werden. Wir übernehmen das komplette Werkzeugmanagement und stehen unsern Kunden auch beratend zur Seite. Großen Gewinn sieht der Kunde darin, dass er keinen Produktionsstillstand mehr aufgrund fehlender Werkzeuge hat und durch unseren kontinuierlichen Verbesserungsprozess im technologischen Bereich deutliche Einsparpotenziale generiert.  

Sind Sie denn nur in der Zerspanungsindustrie tätig?

Im Prinzip ja, wobei wir unter den Zerspanungswerkzeugen auch die Schleifwerkzeuge integrieren. Wir möchten uns aber auch mehr und mehr anderen Produkten widmen und generell soll unser ganzes Produktportfolio erweitert werden. Aktuell sind wir in den Branchen Maschinenbau, Luftfahrttechnik, Schiffbau und Automobil-Zulieferindustrie unterwegs. Wir stellen derzeit Überlegungen an, die Branchen Medizintechnik, die Windkraft-Energie, die Gießerei- und Schmiedetechnik zu bedienen.

Wo sehen Sie Kromi in zehn Jahren?  

Die Nachfrage nach unserem Geschäftsmodell ist ungebrochen, das zeigt uns insbesondere auch das Feedback vieler unserer Bestandskunden, die konkrete Pläne geäußert haben, das Tool Management auch in anderen Produktionsbetrieben in weiteren EU-Ländern und anderen internationalen Märkten über Kromi abzuwickeln. Mit diesen geografischen Expansionsgedanken werden wir uns in der nächsten Zeit befassen. Es geht darum, weiterhin die Prozesse zu optimieren, die Kosten weiter zu reduzieren und auch in Zukunft für unsere Kunden den größtmöglichen Nutzen zu generieren.
 

Sie finden den vollständigen Artikel in der nachfolgenden Pdf-Datei.



Firma: Kromi Logistik AG
Website: https://kromi.de/

Kategorien

Schlagworte