Wabawaska: Handmade in Switzerland

21. November 2017
Wabaska Vakuumlöten
Jung, ehrgeizig und unermüdlich ist er, wenn es darum geht, nach Lösungen für spezielle Anforderungen zu suchen. Herr Ziberi versteht als Lötspezialist sein Handwerk wie kein anderer, denn er hat es von der Pike auf gelernt.
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Zekirja Ziberi, Geschäftsführer von Wabawaska Engineering

„Handarbeit“ ist sehr teuer und weist deshalb nur noch einen geringen Anteil in der industriellen Produktion auf. Ein hoher Automatisierungsgrad ist heutzutage erforderlich, um kostengünstig und effizient zu produzieren. Gegen den Strom schwimmt hingegen ein kleines Schweizer Unternehmen: Es setzt immer noch auf diffizile manuelle Tätigkeiten. Nun stellt sich die Frage, wie sich dieses 3-Mann-Unternehmen gerade in einem Hochlohnstandort wie der Schweiz erfolgreich am Markt etablieren kann. Die Antwort darauf liefert der junge, dynamische Zekirja Ziberi, der die Geschicke des Dienstleistungsunternehmens im Kanton Bern seit Anfang des Jahres voller Enthusiasmus leitet. Er bewegt sich effektiv und effizient in einer Marktnische, hat Gefallen am operativen Tagesgeschäft gefunden und sich voll und ganz auf das Hochvakuum-Löten spezialisiert.

 

 

DIAMOND BUSINESS: Herr Ziberi, aus welcher Idee heraus ist Wabawaska entstanden?

Zekirja Ziberi: Gründer von Wabawaska war Alexander Beck. Der Schweizer Pionier wanderte in den 60er Jahren nach Übersee aus und hat an Forschungsprojekten der Festkörperphysik gearbeitet. Nach etlichen Jahren erfolgreicher Tätigkeit kehrte er Kanada den Rücken zu und kam mit seiner Familie wieder in die Schweiz. In den 80er Jahren begann er mit dem Löten von Grammophonnadeln und im Jahr 2000 beschäftigte er sich erstmals mit gelöteten Diamantschleifwerkzeugen. Bis zum heutigen Tag hat sich Wabawaska als Spezialist für das Vakuumlöten von Diamanten und anderen Hartstoffen einen Namen gemacht.

Was hat Sie veranlasst, Verantwortung bei Wabawaska zu übernehmen?

Meine Ausbildung absolvierte ich als Polymechaniker in der Uhrenindustrie. Nach meiner Militärdienstpflicht begann ich bei einem Werkzeughersteller für hochpräzise Diamantwerkzeuge zu arbeiten und war mehrere Jahre als Diamantschleifer tätig. Diese akribische Aufgabe hat mich von Anfang an fasziniert. Man arbeitet hier in einem Bereich von tausendstel Toleranzen; das ist alles Handarbeit, wie das Löten auch. In den Abendstunden und am Wochenende bildete ich mich als technischer Kaufmann weiter. Vor zwei Jahren kam man mit der Frage auf mich zu, ob ich mir vorstellen könnte, Wabawaska federführend zu leiten. Nach einer zweijährigen Einarbeitungsphase zusammen mit meiner Vorgängerin Frau Flückiger bin ich nach und nach in die Verantwortung gekommen. Sowohl der Diamant, als auch das Werkzeug waren mir bestens vertraut. Dadurch konnte ich auch Anregungen geben und habe zusammen mit Frau Flückiger an den ersten Innovationen gearbeitet. Von ihr habe ich auch den ganzen Prozess des Hochvakuumlötens kennengelernt.

Welche Innovation meinen Sie hier konkret?

Zum Beispiel ist es mir gelungen, mehrere PKD-Diamantplatten gleichzeitig aufzulöten, so dass zwei oder drei Schneiden entstehen. Die Kunden sind nun sehr zufrieden, da die Verbindung tadellos hält und sich nicht bewegt. Vorher wurde das aber nie ausprobiert. Ich nehme Herausforderungen gerne an und arbeite hartnäckig an Lösungen.

Mittlerweile drängen viele Anbieter von Hochvakuumöfen auf den Markt. Was halten Sie dagegen?

Zum Hochvakuumlöten gehört nicht nur der Ofen, sondern auch eine langjährige und fundierte Erfahrung. Das Know-How ist entscheidend:, Auf der einen Seite steht der hochspezialisierte Hochvakuumofen, der über Jahre hinweg immer wieder verbessert wird. Andererseits wird das Ergebnis natürlich massgeblich von der präzisen Anwendung beeinflusst. Wir haben es verstanden, in engen Toleranzen zu löten, die uns vom Kunden vorgegeben werden. Das verschafft uns einen klaren Wettbewerbsvorteil.

Worin besteht der Vorteil gelöteter Diamantwerkzeuge?

Ich bin erstaunt darüber, dass sich viele Fachleute unter Hochvakuumlöten (noch) nichts vorstellen können und immer noch auf konventionelle Halterungen setzen. Beim Hochvakuumlöten benötigt der Kunde keine Klemmhalterung mehr, dadurch sinken die Materialkosten und auch die Vibrationen. Darüber hinaus können wesentlich kleinere Diamanten verwendet werden, als dies in Klemmhalterungen oder formschüssigen Einbettungen der
Fall ist. Zum Teil können sogar günstige, synthetische Diamanten eingesetzt werden. Die Lötverbindungen halten den Diamanten auf dem Träger um ein Vielfaches besser als bisherige Halterungen, was eine größere Belastbarkeit der Werkzeuge erlaubt. Außerdem sind Miniaturwerkzeuge mittels dieser Lötmethode realisierbar. Der finanzielle Aufwand der Lötverbindungen ist teilweise sogar günstiger oder vergleichbar mit demjenigen, der bei der Verwendung von konventionellen Halterungen entsteht. Wir löten Hartmetall auf MKD, PKD, CVD, CBN, Saphir, Rubin Hartmetall und Keramik.

Was bereitet Ihnen am meisten Kummer?

Natürlich ist die „Eurokrise“ nach wie vor ein großes Thema hier bei uns in der Schweiz. Der starke Franken wirkt sich ungünstig auf den Export aus.
Und das Löten ist nach wie vor in der Hauptsache Handarbeit. Die Lohnkosten können nicht durch maschinelle Fertigungen reduziert werden. An sich keine guten Voraussetzungen, aber wir stellen uns mit höchster Qualität und Präzision diesen Herausforderungen entgegen. Außerdem können wir sehr rasch agieren – heute wird gelötet und am nächsten Tag geht der gelötete Auftrag zurück an den Kunden. Wenn es die Kundenwünsche erfordern, wird auch am Wochenende gearbeitet.

Für welche Sparten führen Sie als Dienstleister Lötungen durch?

Für die Werkzeug- und Uhrenbranche, Forschung, Medizintechnik und vieles mehr.

Welche Herausforderungen müssen Sie meistern?

Der alltägliche Zeitdruck auf der einen und die exakte und präzise Lötung auf der anderen Seite.

Was spornt Sie an?

Natürlich freue ich mich immer sehr über die regelmäßigen, positiven Rückmeldungen der Kunden. Viele von ihnen sind immer wieder begeistert, wenn sie sehen, was alles möglich ist. Das motiviert mich und mein Team natürlich immer wieder aufs Neue.

Erfolg ist für mich…

…wenn die Firma gut läuft, die Kunden begeistert und die Mitarbeiter zufrieden sind.

Haben Sie ein Lebensmotto?

Nichts dem Zufall überlassen und niemals aufgeben.

Wofür sind Sie dankbar?

Ich bin dankbar, dass ich die Führungsaufgabe bei Wabawaska bekommen habe und ich meine eigenen Ideen und Impulse einbringen darf.

 

 

Sie finden den vollständigen Artikel in der nachfolgenden Pdf-Datei.



Firma: Wabawaska Engineering Hochvakuumlöten
Website: htps://www.wabawaska.ch