Zukunftsweisend: LaserPluss

04. Juni 2017
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Werner Schulz CTO und Wolgang Prem CEO (r.), Vorstände der Laserpluss AG «Mut zur Veränderung - Der Markt im Wandel»
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Welche Neuheiten gibt es in Ihrem Unternehmen?

Werner Schulz gilt als Pionier im Bereich der Lasertechnologie und legte mit der Gründung von LaserPluss im Jahr 1997 den Startschuss für eine Reihe innovativer Entwicklungen auf dem Gebiet von Laseranlagen. Mit der Nachfrage nach genaueren Schneiden, gerade im Bereich der Präzisionsbearbeitung, ist das Unternehmen mittlerweile auf 55 Mitarbeiter angewachsen. Aufgrund steigender Umsatzzahlen und der Marktanforderungen fokussiert sich Werner Schulz seit Anfang des Jahres als CTO ausschließlich auf die technische Weiterentwicklung von LaserPluss, während Wolfgang Prem als CEO Verantwortung für die gesamte Operation, den Service und den Vertrieb übernommen hat. In einem persönlichen Gespräch berichten beide von neuen Entscheidungen im Unternehmen und darüber, wie sich LaserPluss in den nächsten Jahren am Markt positionieren wird.

 

 

 

DIAMOND BUSINESS: Herr Schulz, aus welcher Idee heraus ist Ihr Unternehmen entstanden?

Werner Schulz: Mitte der 90iger Jahre kam jemand mit der Frage auf mich zu, ob man Markierungen auf Werkstücke aufbringen könne, ohne Tinte zu benutzen. Ich habe mich hingesetzt, ein Konzept entwickelt und das hat schließlich funktioniert. 1997 habe ich dann auf der Lasermesse mit dem neugegründeten Unternehmen Laserpluss ein Beschriftungssystem mit den ersten diodengepumpten Festkörperlasern vorgestellt. Die Ergebnisse waren hervorragend. Wir waren damals die Allerersten auf der Lasermesse, die dieses System funktionsfähig präsentieren konnten. Nur drei Jahre später ging es um die Frage, ob man mit Laser auch Diamantwerkzeuge bearbeiten könne, um thermisch oder mechanisch unbelastete Schneidkanten zu erzielen. Auch dieser Fragestellung ging ich nach, glaubte daran, eine Lösung zu finden und probierte aus. Im Jahr 2000 verkaufte ich die erste Anlage vom Papier weg und produzierte mit nur wenigen Mitarbeitern den ersten Laser für die Präzisionsbearbeitung. Schon damals haben wir Maschinen konstruiert, die bis heute sowohl vom Systemdesign als auch von der Architektur wegweisend sind. Seit der Zeit haben wir sehr viel Erfahrung gesammelt und die Entwicklungen immer weiter vorangetrieben.

Welche Neuheiten gibt es in Ihrem Unternehmen?

Werner Schulz: Die Mitarbeiterzahlen sind kontinuierlich gestiegen und auch die Geschäftsbereiche wurden ausgeweitet. Deshalb haben wir seit geraumer Zeit nach Unterstützung gesucht und am 1. Mai 2016 Wolfgang Prem als neuen Vorstand eingestellt. Er hat die gesamte Organisation übernommen, die Leitung der 55 Mitarbeiter und sorgt dafür, dass die Abläufe und das gesamte Operations- Management bei Laserpluss gut funktionieren. Wolfgang Prem hat zum 1. Januar die Position des Vorstandsvorsitzenden übernommen und ich fokussiere mich auf die technische Komponente im Unternehmen, damit Entwicklungen vorangetrieben und uns neue Ideen einen Vorsprung im Markt bringen.

Wofür steht eigentlich das doppelte „S“ bei Laserpluss?

Wolfgang Prem: Es geht um das doppelte Plus für den Kunden. Die Bauteile-Logistik und die Datenlogistik werden miteinander vereint. Es geht darum, eine Laserbearbeitungsanlage, egal ob sie beschriftet, graviert, abträgt oder schneidet, in einen Produktionsprozess zu integrieren. Es ist wichtig, ein System zu entwickeln, welches in einen bestehenden oder zukünftigen Ablauf integriert werden kann, darin sauber funktioniert und es schließlich so zu vereinfachen, dass auch der Anwender, der nichts von der Laserbearbeitung versteht, es nutzen kann. In diesem Verständnis und der logischen Umsetzung liegt letztendlich eine der großen Stärken von LaserPluss.

In welchen Bereichen liegt Ihr Kerngeschäft?

Wolfgang Prem: Das Produkt- und Leistungsportfolio von Laserpluss ist sehr breit gefächert. Wir produzieren Standardmaschinen für spezielle Branchen und entwickeln auch kundenspezifische Laserbearbeitungsanlagen für die Präzisionsbearbeitung von Diamantwerkzeugen. Unser Fokus liegt hierbei auf der Laseranwendung in der Mikrobearbeitung, beim Beschriften, Tiefgravieren, Schweißen, Schneiden und 3D-Abtragen. Unsere Laseranlagen sind weltweit und in den unterschiedlichsten Branchen beispielsweise der Uhren-, Schmuck-, Kunststoff- und Werkzeugindustrie zu finden, außerdem im Bereich der Automobilbranche oder auch in der Medizintechnik.

In welchen Bereichen ist Ihr Unternehmen besonders leistungsstark und innovativ?

Werner Schulz: Die Innovation und unsere Leistungsstärke kommen immer aus der Anwendung. Die Anwendung ist stets die Kombination aus dem Laser, der Optik, der Software, der Steuerung der Maschine und der Materialkenntnis. Jeder Bereich greift in den anderen ein. Das zu verstehen und die Zusammenhänge zu begreifen, ist eine große Kunst. Das Verständnis für jeden einzelnen Teilbereich und das Know-how, alles sinnvoll miteinander zu kombinieren, beschert uns
immer auch eine Vorreiterposition.

In den vergangenen Jahren hat sich die Lasertechnologie im Bereich der Präzisionsbearbeitung sehr gut etabliert. Die Vorteile liegen auf der Hand: Es gibt keine Ausbrüche wie wir es von geschliffenem PKD kennen. Gleichmäßige Verrundungen kleiner 2 μm sind ohne weiteres herstellbar, thermische Schädigungen sind nicht zu erwarten und die Schneiden führen zu besseren Bearbeitungsergebnissen und einer deutlich höheren Standzeit bei höherer Genauigkeit. Warum wird dann überhaupt noch geschliffen und erodiert?

Werner Schulz: Etablierte Techniken geben den Anwendern Sicherheit. Viele Menschen haben Angst davor, etwas Neues zu probieren und gehen immer lieber den gleichen Weg, weil er sicher ist und kein Risiko birgt. Nicht jeder ist bereit, ein solches einzugehen. Unsere Technik ist ausgereift und wir von LaserPluss beherrschen sie. Trotzdem fühlen viele Anwender ein Unbehagen. Das Gerücht „Laser macht heiß und verbrennt“ sitzt in den Köpfen sehr tief. Es ist immer noch eine große Hürde, Menschen zu erklären, dass unser Laser verdampft, nicht verbrennt und hervorragende Ergebnisse erzielt werden können. Begonnen haben wir in kleinen Firmen, in denen der Geschäftsführer gleichzeitig Innovator gewesen ist. Sie haben uns vertraut, die Technik verstanden und hatten letztendlich Erfolg. Mit diesen

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Firmen sind wir gewachsen. Wie kam es zu einer Zusammenarbeit mit Mapal?

Werner Schulz: Es war mir von Anfang an klar, dass der Laser mehr kann, als nur Linien oder Buchstaben zu zeichnen bzw. technische Bauteile zu fertigen. Intuitiv wusste ich, dass man den Laser auch in ganz vielen anderen Bereichen einsetzen kann. Das war letztendlich der Grund, weshalb ich mich 1997 entschieden habe, eine Aktiengesellschaft zu gründen. Kurz darauf wurden die ersten Anlagen bei großen Kunden installiert wie zum Beispiel auch bei Mapal. Dr. Dieter Kress ist ein bewundernswerter Innovator, der das Prinzip der Laseranlage sofort verstanden hat. Im Jahr 2007 ist der Zusammenschluss entstanden. Für LaserPluss hat das erhebliche Vorteile gebracht, denn wir hatten nun einen potenziellen Kunden als Partner. Wir lernten die Denkweise und die Sprache der Werkzeughersteller besser kennen. Und natürlich hatte die Beteiligung auch monetäre Vorteile, so konnten Entwicklungen viel schneller vorangebracht werden. Alles in allem war das ein sehr positiver Effekt. Ich bin dankbar dafür, dass Mapal uns unseren Freiraum lässt und wir Entscheidungen selbstbestimmt treffen können.

Wie lief Ihre jüngste Markteinführung?

Werner Schulz: Wir haben eine Optimierung des RayCutters, also der Maschine für die Diamantwerkzeugfertigung, auf den Markt gebracht. Der RayCutter HS arbeitet in noch besserer Qualität und in der zwei- bis dreifachen Geschwindigkeit. Gezeigt haben wir den RayCutter HS auf der AMB 2016 und bei unseren neuen Laserpluss Technologietagen. Wir haben sehr gute Resonanz von allen Seiten erhalten. Wir haben viel verbessert, vor allem im Bereich Software und sind mit dem RayCutter HS dem Schleifen und Erodieren klar überlegen.

Wofür stehen bei den RayCuttern die beiden Abkürzungen „S“ und „HS“ konkret?

Wolfgang Prem: „S“ steht für Speed und „HS“ für Highspeed. Durch eine neuentwickelte C-Achse beim RayCutter S haben wir die Bearbeitungszeiten um zehn Prozent gegenüber dem bisherigen RayCutter gesteigert. Die Bearbeitungsgeschwindigkeit des „HS“ ist doppelt bis dreifach höher, als die des „RayCutters S“. Dies wurde durch die neue adaptive Optik des HS möglich, mit der die PKD-Blanks vorab in einer ersten Schrupp-Bearbeitung auf ein geringes Aufmaß hin vorgeschnitten und in der nachgeschalteten Schlichtbearbeitung geometrisch komplett fertiggestellt werden.

Wie sieht es mit dem Thema Industrie 4.0 aus?

Werner Schulz: Ja, mittlerweile reden alle von Industrie 4.0. Schon seit vier Jahren haben wir die Thematik in die Softwarearchitektur eingebaut. Allerdings ist Industrie 4.0 noch nicht richtig bei den Kunden angekommen. Prozessautomatisierung und -kontrolle war immer ein Schwerpunkt von LaserPluss - mannlose Fertigung und autonome Maschinen. Das ist eine Sache, die wir schon anbieten können. Ein paar Kunden nutzen diese Möglichkeit, sie beladen beispielsweise zum Wochenende oder über Nacht ihre Maschine und fertigen dann mannlos ihre Werkzeuge.

Neue „Marker-Produkte“ befinden sich nun auch im Portfolio von LaserPluss. Was heißt „neu“?

Wolfgang Prem: Neu heißt, dass wir uns auf die veränderten Marktbedürfnisse einstellen. Wir möchten uns von der klassischen Kugelschreiberbeschriftung klar distanzieren. Vielmehr geht es um die Integration des Lasers in bestimmte Anlagensysteme und Prozessketten. Nehmen wir beispielsweise die Medizintechnik. Die Anwender müssen sicherstellen, dass der auf das Werkstück gelaserte Barcode lesbar, eindeutig ist und damit das Bauteil rückverfolgbar ist. Dabei geht es um die Daten, die dahinterstehen und schließlich um alle Backgroundinformationen zu diesem Prozess. Hier greifen Datenund Bauteillogistik ineinander. Gerade in diesem Bereich haben wir eine Nische gefunden und damit für uns einen Verkaufsvorteil entwickelt.

Ende März fanden zum zweiten Mal die Technologietage statt. Wie war die Resonanz? Wurden Ihre Erwartungen erfüllt?

Wolfgang Prem: Unsere Erwartungen wurden in Bezug auf die Teilnehmerzahl und der Qualität der Veranstaltung vollstens erfüllt.

Die Technologietage sollen nun in Kooperation mit anderen Unternehmen regelmäßig stattfinden. Was versprechen Sie sich davon?

Wolfgang Prem: Letztendlich geht es darum, alle Interessenten anzusprechen, die sich mit dem Thema Laserbearbeitung beschäftigen. Unsere Philosophie ist es, ein Gesamtsystem anzubieten. Es geht nicht nur um den Laser an sich, sondern um den gesamten Fertigungsprozess von Werkzeugen. Diesmal
waren Referenten der Firmen WigTec und Alicona eingeladen. Zum einen ging es um das Hochvakuumlöten von PKD-Plättchen auf Werkzeugen, zum anderen um Vermessungen von Schneidkanten. Neuerdings haben wir auch eine Verpackungsmaschine im Portfolio, die wir erstmals an den Technologietagen
vorgeführt haben. Wir möchten eine Interessengemeinschaft versammeln, die sich über den gesamten Fertigungsprozess austauscht. Die Technologietage
sollen für unsere Kunden ein Forum bieten auf dem sie sich mit uns und anderen Firmen über die neuesten Technologieentwicklungen informieren können. Wir   möchten dort aber auch gezielt auf unsere Kunden eingehen, ihnen die Vorteile des Lasers aufzeigen, um ihnen die „Angst“ vor dem Laser zu nehmen. Wir nutzen hier im Haus natürlich auch die Möglichkeit, um alle Produkte vorzuführen.

Der Kundensupport soll nun auch verstärkt in Süddeutschland stattfinden, außerdem in Österreich, Schweiz und Italien. Wie gehen Sie vor?

Wolfgang Prem: Wir haben unser Sales & Serviceteam um eine Präsenz in Bayern erweitert. Aufgrund der kürzeren Distanzen haben wir damit die Möglichkeit, schneller bei Kunden zu sein und sie damit schneller und effektiver zu betreuen. Neben der vertrieblichen Betreuung von Kunden ist es wichtig einen lokalen und damit kundenorientierten, erstklassigen Service anzubieten. Kunden schätzen den Vorort-Service, da kurze Reaktionszeiten heutzutage einer der wichtigsten Faktoren für die Effizienz einer modernen 24/7-Produktion sind.

Zukünftig möchten Sie auch After-Market-Produkte in das Portfolio von LaserPluss aufnehmen. Verlangt das der Markt?

Wolfgang Prem: Der After-Market- Bereich ist in Hinblick auf die Kundenbindung natürlich enorm wichtig. Bisher mussten wir uns bei LaserPluss z. B. mit Wartungsverträgen zurückhalten, weil wir die Manpower dafür nicht hatten. Im Zuge des kontinuierlichen Wachstums des Unternehmens und der stetig wachsenden Basis an installierten Anlagen haben wir eine neue Position für den After-Market-Bereich geschaffen. Damit können wir jetzt eine allumfassende Betreuung unserer Kunden anbieten. Zudem gibt es ab sofort abgestimmte Pakete für Service- und Wartungsverträge sowie für Umbauten oder Upgrades von bestehenden Anlagen.

 

 

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Firma: Laserpluss AG
Website: https://www.laserplussag.de